Kulturbauten: Wenn Architektur Raum für Begegnung schafft
Bayerisches Kulturzentrum der Deutschen aus Russland in Nürnberg
Kulturbauten gehören zu den besonderen Aufgaben der Architektur. Sie sind nicht nur Gebäude für eine bestimmte Nutzung. Sie schaffen Orte, an denen Menschen zusammenkommen, sich informieren, lernen, Kultur erleben und miteinander ins Gespräch kommen.
Mit dem Bayerischen Kulturzentrum der Deutschen aus Russland in Nürnberg entsteht ein solcher besonderer Ort. Für DÖMGES ARCHITEKTEN ist das Projekt eine besondere architektonische Aufgabe, u.a. aufgrund seines historischen und kulturellen Hintergrunds.
Das neue Kulturzentrum verbindet unterschiedliche Nutzungen: Infozentrum und Ausstellung, Seminar- und Gruppenbereiche, Veranstaltungen, Gastronomie, Verwaltung und Archive werden zu einem gemeinsamen Haus zusammengeführt. Im Raumprogramm sind auch Referenten- sind Gästeappartements vorgesehen. Entscheidend ist dabei nicht nur, wie diese Funktionen organisiert werden, sondern welche räumliche Atmosphäre daraus für die Nutzer entsteht.
Ein prägnantes Haus – ein geschützter Ort
Das Grundstück an der Antalyastraße und am Nordring stellt besondere Anforderungen. Nach außen reagiert der Entwurf mit einem markanten viergeschossigen Baukörper, der dem Kulturzentrum eine sichtbare Adresse gibt. Nach innen entsteht zwischen den Baukörpern ein geschützter, begrünter Innenhof.
Die bestehende Baumallee wird erhalten und zu einem grünen Platz aufgeweitet. Sie bildet gemeinsam mit dem Foyer des Kulturzentrums und der Gastronomie den räumlichen Mittelpunkt der Anlage.
So entsteht ein Wechselspiel zwischen der Präsenz des öffentlichen Gebäudes im Stadtraum und einem ruhigeren, geschützten Raum im Inneren.
Architektur für Menschen
Gerade bei Kulturbauten wird deutlich, dass Architektur nicht nur Räume bereitstellt. Sie schafft die Bedingungen dafür, wie Menschen einen Ort erleben und nutzen.
Beim Kulturzentrum bedeutet das, Räume für unterschiedliche Formen der Begegnung zu entwickeln: für Bildung und Seminararbeit, für Veranstaltungen, für gemeinsames Essen oder für den informellen Austausch im Innenhof.
Der Veranstaltungssaal für rund 300 Besucher bildet dabei ebenso einen Teil des Konzepts wie die Ausstellungsbereiche, das offene Foyer oder die Gastronomie mit Bezug zum grünen Außenraum.
Eine besondere Aufgabe
Das Bayerische Kulturzentrum der Deutschen aus Russland entsteht mit einem besonderen inhaltlichen Hintergrund. Es soll Geschichte und Kultur vermitteln und gleichzeitig ein Ort der Begegnung im Hier und Jetzt sein.
Für uns als Architektinnen und Architekten liegt die Herausforderung darin, diesem Anspruch einen angemessenen räumlichen Rahmen zu geben., Hier kann Architektur Geschichte erzählen. Gleichzeitig schafft sie Räume, in denen Erinnerung, Vermittlung und Austausch stattfinden können.


